Home » Frauenrechte » „Zwangsehe bedeutet lebenslange Unterdrückung“

RSS IGFM-Arbeitskreis Religionsfreiheit

  • Eritrea: Missionar in Haft
    Frankfurt am Main. Zum „Gefangenen des Monats November“ haben die Internationale Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM) und die Evangelische Nachrichtenagentur idea den evangelischen Missionar Mussie Ezaz aus Eritrea benannt. Sie rufen dazu auf, sich für ihn einzusetzen und zu beten. Seine Kirche „Kale Hiwot“ (Wort des Lebens) steht den Baptisten nahe, die zu jenen Christen gehören, […]

Türkei: Pastor als Geisel für Gülen

Sind iranische Asylbewerber nur Schein-Konvertiten?

Themenbereich wählen:

Die andere Seite der WM in Russland

Zum Vortrag: ‚Bedrohte Christen in Flüchtlingsheimen‘

Shirin war auch bei uns in VS (2. und 3. Juni 16)

„Zwangsehe bedeutet lebenslange Unterdrückung“

Print Friendly, PDF & Email

„Frauenrechte – Frauenschicksale“ – unter diesem Motto steht die Jahreshauptversammlung der IGFM, die vom 4. bis 6. April 2014 in Bonn stattfindet. Auch die IGFM-Arbeitsgruppe VS knüpfte mit dem Vortrag „Bedrohte Menschenrechte junger Migrantinnen“ an diese Thematik an:

Villingen-Schwenningen. Die bekannte Menschenrechtsaktivistin und Buchautorin Serap Cileli informierte bei einer Vortragsveranstaltung vor 40 Zuhörern beim Bildungswerk Heilig Kreuz Villingen über ihre Arbeit für bedrohte und hilfesuchende Mädchen und Frauen mit Migrationshintergrund. Eingeladen hatten die Arbeitsgruppe VS der Internationalen Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM) und die Frauenorganisation Soroptimist International VS.

Frau Cileli bot Fallbeispiele und las aus ihrem neuen Buch „Eure Ehre – unser Leid“. Sie zeigte, wie kultur- und religionsbedingte Ursachen zusammenspielen. Das Ergebnis:  Etwa 3000 Zwangsehen und 20 Ehrenmorde jährlich in Deutschland und eine hohe innerfamiliäre Gewaltrate in den konservativen muslimischen Milieus.

Familienehre sei dort das höchste Gut – bei außerehelichen Affären könnten auch Männer Opfer sein, aber selbst in solchen Fällen richte sich die Gewalt meistens gegen die Frau. Schon Gerüchte reichten oft für den sogenannten Ehrenmord aus. Frau Cileli kritisierte auch die doppelte Sexualmoral: Den Männern werde ein autonomes Verhalten zugebilligt, den Frauen nicht; sie kontrolliere man, sie seien rechtlos und zur totalen Unterordnung gezwungen.

Sie berichtete von Fällen, in denen auch deutsche Freunde von jungen Migrantinnen ins Visier der Großfamilien gerieten. In Detmold etwa jagten Bewaffnete in Autos das junge Paar durch die Stadt. Andere junge Mädchen suchten verzweifelt Hilfe bei der operativen Wiederherstellung des Jungfernhäutchens vor der Hochzeitsnacht. Cileli kritisierte auch, dass Inzest ein Tabuthema der muslimischen Gesellschaft sei.

Das Patriarchat sei keineswegs nur in bildungsfernen Schichten anzutreffen, so im Fall einer hilfesuchenden 38-jährigen Akademikerin, die von ihrer Familie gegängelt wurde.

Cileli verwies auf die sehr hohe Suizidrate unter den jungen Mädchen. Moscheegemeinden und Türkenverbände stritten all diese Probleme ab und ließen die Opfer in ihrer Situation allein, obwohl ein Großteil der Gewaltopfer in deutschen Frauenhäusern Migrantinnen seien.

Serap Cileli sprach aus eigener Erfahrung. Sie wurde mit 12 Jahren zwangsverlobt, entging zunächst durch einen Suizidversuch ihrem Schicksal, bevor sie mit 15 Jahren in die Türkei gebracht wurde. Sieben Jahre lebte sie an der Seite eines ungeliebten Mannes, entzog sich dann aber der Kontrolle des Familienclans und floh mit ihren Kindern in ein deutsches Frauenhaus. Cileli gründete dann den Verein Peri e. V., der bisher 1000 Hilfesuchende betreut hat, Frauen und Mädchen zwischen 12 und 48 Jahren, daneben auch einige junge Männer. Sie erhielt das Bundesverdienstkreuz, muss aber zusammen mit ihrer Familie unter Polizeischutz leben, weil fundamentalistische Kreise sie bedrohen.
Cileli warnte vor der Verfestigung einer Parallelgesellschaft. Die zunehmende Verschleierung der Frauen sei eine klare Absage an die westliche Gesellschaft. Es meldeten sich bei ihr auch immer wieder Familien, deren Töchter zum Salafismus gelangen und deren Söhne an den Dschihad verloren gehen.

Cileli warf der deutschen Politik vor, die Parallelgesellschaft zu ignorieren und aus falsch verstandener Toleranz islamischen Fundamentalisten viel Freiraum zu lassen. Sie appellierte an die deutsche Gesellschaft, sich auf ihre Werte zu besinnen und allen Gegnern dieser Werte klar entgegenzutreten.

*****

Pakistan: Auf dem Weg zur Schule wurde die 16-jährige Christin Samariya aus Layyah im Punjab entführt und gezwungen, einen wohlhabenden Muslim zu heiraten, dem auch das Haus gehört, in dem Samariyas Eltern wohnen. Etwa tausend Mädchen und junge Frauen werden jährlich in Pakistan entführt, zwangsverheiratet und oft dabei zum Islam zwangskonvertiert.

Share

Leave a comment

Lebensgefahr bei Abschiebung!

Ihre Hilfe für Bedrängte und Verfolgte

Ex-Muslime werden verfolgt

Humanitäre Katastrophe im Jemen

China

Asia Bibi: Wie geht es weiter mit ihr?

Tatsachen…

Über 3000 Zwangsehen jährlich

Morde im Namen der Ehre