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Mehr christliche Flüchtlinge bei uns aufnehmen?

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Prognosen sprechen von über 800.000 Flüchtlingen, die in diesem Jahr in Deutschland Schutz und Bleibe suchen. Noch wagt sich niemand an eine Prognose für das kommende Jahr und das übernächste Jahr. Vergleiche anzustellen, wann das Boot wirklich voll ist, traut sich angesichts der überfüllten Boote auf dem Mittelmeer niemand mehr. Und so spricht man doch lieber vom Erreichen der Kapazitätsgrenzen bei Erstaufnahmestellen und den Kommunen, um dann festzustellen, dass die Verfahren zur Verteilung nur beschleunigt werden müssen, um all die Fremden spüren zu lassen, dass sie willkommen sind, in diesem Jahr, im kommenden Jahr, im darauffolgenden Jahr.

Die Nöte, die die Flüchtlinge zum Verlassen ihrer Länder veranlasst haben, werden schon längst nicht mehr offen diskutiert. Und in vielen Fällen fällt völlig unter den Tisch, ob sie – berechtigterweise – Aufnahme bei uns finden oder ob es auch Alternativen gab. Es sind nicht nur Talente, die Flüchtlinge mitbringen. Viele bringen ihre politischen und religiösen Vorstellungen mit, auf die unsere Gesellschaft nicht vorbereitet ist. Die Medien zeigen derweil bevorzugt Kinder mit angsterfüllten Augen, die uns sagen wollen: Irgendwie tragen wir doch alle Schuld. Nur wer gänzlich unschuldig ist, der werfe den ersten Stein! Da überlässt man gerne den Ausländerbehörden und der Polizei den unangenehmen Auftrag, Flüchtlingen, die ein besseres Leben suchen oder anderes im Sinn haben, die Realität zu erklären, nämlich, dass sie nicht bleiben können.

Bei der Vielzahl der Bedrohten und Bedrängten fällt auf, dass Christen diejenigen sind, die am leidensfähigsten zu sein scheinen. Ihr Anteil unter den Schutzsuchenden ist vergleichsweise gering, obwohl doch gerade sie – wie auch die Minderheit der Jesiden – unter den gegebenen Umständen keine Chance haben, in ihrer Heimat zu bleiben oder in der Nähe eine neue Heimat zu finden.

Die Fahrer unserer Hilfstransporte in den Irak berichten, dass man Christen eher in „wilden“ als in Lagern großer Hilfsorganisationen findet. Sie können sich nicht mehr vorstellen, in einem muslimischen Staat zu leben. Jahrhunderte alte Bistümer in Syrien mussten bereits aufgegeben werden, und selbst die Priester im Irak reden nicht mehr von der Chance für ihre Gläubigen, sondern raten: „Tut, was gut für Euch ist.“

Die Mitglieder der Arabischen Liga halten sich mit ihrer Hilfe für muslimische Flüchtlinge auffallend zurück. Sie lassen die muslimischen Flüchtlinge nach Europa ziehen und bezichtigen die helfenden Europäer stattdessen der Islamophobie, statt umzudenken. – Und bieten wir denn wenigstens den Christen mehr Schutz? Nein, sie sollen dableiben, wo man ihnen die Hälse durchschneidet. Die Auslandsbischöfin der EKD, Frau Petra Bosse-Huber, hält ein einseitiges Engagement für problematisch – und sie steht damit nicht allein.

Es würde den Auszug christlicher Minderheiten beschleunigen und die Vorbehalte gegenüber christlichen Minderheiten vor Ort wachsen lassen, heißt es. Welch ein abgehobenes Verständnis angesichts der täglichen Berichte bedrohter und verzweifelter Christen, deren Freiheit und Leben ohne Glaubenswechsel bedroht sind – nicht erst heute und auch in der Zukunft!

Deutschland hat Millionen Flüchtlingen ungeachtet ihrer politischen Einstellung oder ihres religiösen Bekenntnisses Schutz, Hoffnung und vielen sogar Bleiberecht gegeben. Den Jesiden zum Beispiel, die bis auf ein paar Flüchtlinge zuvor kaum über den Bosporus hinaus kamen. Das ist gut, denn sie haben großes Leid erfahren. Sie sind bemüht, unter europäischen Bedingungen ihre Traditionen zu leben. Sie wehren sich nicht gegen Integration und dagegen, loyale Europäer zu werden. Nicht anders ist es mit den christlichen Flüchtlingen. Christliche Solidarität verlangt unseren Einsatz für die Schwächsten.

Die IGFM hat sich in ihrer Satzung dazu verpflichtet, denen vorrangig beizustehen, denen eines der Grundrechte, hier das Recht auf freie Ausübung ihrer Religion, verwehrt wird. Darum setzen wir uns dafür ein, dass Christen und Flüchtlinge anderer Minderheiten, die in ihrer Heimat systematisch unterdrückt oder sogar aktiv bekämpft werden, bevorzugt aufgenommen und ein Bleiberecht in Aussicht gestellt werden. – IGFM/Karl Hafen

PS: Die IGFM beibt bei klassischer Menschenrechtsarbeit. Wir fordern und fördern weder die Legalisierung von Prostitution noch ein Recht auf Abtreibung. Wir setzen uns für die Achtung der bürgerlichen und politischen Grundrechte, für ein Ende der Verfolgung aus politischen oder religiösen Gründen und für die Freilassung gewaltloser politischer Gegangener ein. Wir helfen unterstützend humanitär dort, wo es notwendig und uns möglich ist.

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