Saudi Arabien – ein Reich ohne Meinungs- und Religionsfreiheit

Sie brauchen eine gerechte Strafe!

Shirin war auch bei uns in VS (2. und 3. Juni 16)

Folter…

Themenbereich wählen:

Situation in Asylheimen: Wahrhaftigkeit statt Selbstgerechtigkeit vonnöten

Wie die Nachrichtenagentur idea berichtet, hat Pfarrer Gottfried Martens von der evangelisch-lutherischen Dreieinigkeitsgemeinde in Berlin Steglitz die Stellungnahme der beiden großen Kirchen zur Situation von Christen in deutschen Flüchtlingsunterkünften kritisiert, und sie als ein „Dokument kirchlicher Selbstgerechtigkeit“ bezeichnet. Martens und seine Gemeinde kümmern sich schon länger intensiv um Flüchtlinge, besonders um diejenigen, die vom Islam zum Christentum konvertiert sind. Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Kardinal Reinhard Marx, und der EKD-Ratsvorsitzende, Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm, hatten erklärt, dass es zwar Ablehnung und Gewalt gegenüber religiösen Minderheiten gebe, aber die Fälle seien „vergleichsweise selten“. Laut Martens werden zwar die Missstände in der Stellungnahme benannt, aber insgesamt gehe es darum, das eigene kirchliche Verhalten in einem vorteilhaften Licht erscheinen zu lassen. Er widersprach der Aussage, dass die beiden Kirchenleiter Berichte von Übergriffen auf Christen von Beginn an ernst genommen hätten: „Die großen Kirchen haben erst und nur dann auf diese Berichte reagiert, als sie Stellungnahmen aufgrund innerkirchlichen Drucks und aufgrund der öffentlichen Diskussion nicht länger vermeiden konnten.“ ⇒Download Stellungnahme der Kirchen

Diese Beurteilung seitens Pfarrer Martens korrespondiert mit meinen Beurteilungen der Reaktionen von Politikern und Kirchenvertretern. Ein Weihbischof schrieb unlängst: “…Wo Menschen in großen Lagern dicht gedrängt zusammenleben müssen, wird es unweigerlich Konflikte geben: Um Nichtigkeiten oder schwerwiegende Anlässe. Auch religiöse Gründe kann es geben. Es wird gelegentlich behauptet, in den Lagern würden Christen verfolgt werden. Aus unseren 78 Flüchtlingseinrichtungen ist mir nichts bekannt…man dürfte das auch nicht zulassen. Ich vermute, dass aus politischen Gründen Einzelfälle aufgebauscht werden, um eine Anti-Islam-Stimmung zu erzeugen. Die von unserem Grundgesetz garantierte Religionsfreiheit ist ein hohes Gut. Sie darf weder von Christen noch Muslimen infrage gestellt werden.“ Kommentar: Statt eines allgemeinen Plädoyers für Religionsfreiheit und der erklärten Solidarität für alle bedrängten Menschen sollte der Weihbischof sich informieren, was bundesweit in den Heimen abläuft und sich nicht einfach mit einer Umfrage bei Landräten in seiner Diözese begnügen. Er müsste schon selbst Heime aufsuchen und auch die Erfahrungen von Menschenrechtsorganisationen und anderen Quellen in Betracht ziehen*. Wenn er von „aufgebauschten Einzelfällen“ spricht, die eine „Anti-Islam-Stimmung“ erzeugen sollen, unterstellt er auch denen, die sich leidenschaftlicher als er für ihre Schwestern und Brüder einsetzen, politische Instrumentalisierung.

„Ross und Reiter“ zu nennen, wird bei vielen Kirchenvertretern als „Störung des Friedens mit den Muslimen“ gewertet, so geschehen bei einer Unterschriften-Sammlung für ein Blasphemie-Opfer in Pakistan. Auf dem Roll-up-Banner mit dem Großfoto von Asia Bibi heißt es: „Todesstrafe wegen Beleidigung des Islam“.

Auch Fürbitten für ‘verfolgte Christen’ im Gottesdienst sind von vielen Pfarrern nicht gewollt, bestenfalls werden sie neutral formuliert (“…für alle um ihrer Überzeugung willen Verfolgten“).

Im Mai 2016 machte der neu gewählte Präsident des Zentralkomitees deutscher Katholiken (ZdK), Thomas Sternberg, Polemik gegen den Vorschlag, Christen und Muslime getrennt unterzubringen. Er warnte in einem Gespräch mit der „Welt“ vor einem „verheerenden Signal“, das damit verbunden wäre. Sternberg argumentierte, dass man damit dem Eindruck Vorschub leiste, wir seien nicht fähig zur „friedlichen Koexistenz“. Man dürfe nicht „den Irrglauben schüren, dass Christen und Muslime nicht gut zusammenleben könnten“. Kommentar: Statt Wunschdenken sollte Sternberg sich der Realität stellen. Dann wüsste er, dass die gleiche Situation, aus der die Christen geflohen sind, sie in Deutschland wieder eingeholt hat.

Auch Politiker in Berlin brauchten lange, bis sie die Realität in deutschen Flüchtlingsheimen wahrhaben wollten. Der IGFM-Arbeitskreis ‘Religionsfreiheit weltweit’ appellierte im August 2015 an den Bundestagspräsidenten Dr. Norbert Lammert und forderte Sicherheit für christliche Flüchtlinge. Der leitete den Appell an den Menschenrechtsausschuss des Deutschen Bundestages weiter. Eine weitere Reaktion ließ auf sich warten. – HJE

*Bereits im Oktober 2014 berichtete die „Welt“ unter dem Titel „Christen fürchten im Asylheim um ihr Leben“ über islamisch motivierte Gewalt gegen koptische Christen in Burbach. Die zuständige Bezirksregierung in Arnsberg wollte auf Anfrage der „Welt“ keine Stellung zu den Vorfällen beziehen. Der private Heimbetreiber European Homecare bestätigte Vorfälle: „Anfeindungen von muslimischen gegenüber christlichen Flüchtlingen kommen immer wieder vor.“ – Immer wieder gab es und gibt es in der Gegenwart Presseberichte über die Drangsalierung von Christen ⇒siehe zum Beispiel den FAZ-Artikel: „Schaut endlich auf die Christen!“

FacebookTwitterGoogle+Empfehlen

Mobbing in Flüchtlingsheimen – aufgebauschte Einzelfälle?

Unter dem Titel: „Attacken auf Christen offenbar Einzelfälle“ berichtet der ‚Schwarzwälder Bote‘ In seiner Ausgabe vom 8.7.2016  über eine Erhebung der evangelischen Landeskirche in Württemberg zum Thema Mobbing von christlichen Flüchtlingen in den Unterkünften des Landes. Das Fazit dieser Erhebung sei, dass es keine systematische Verfolgung gebe und es offenbar nur Einzelfälle seien. Der Chef des Diakonischen Werkes, Dieter Kaufmann, habe „nur“ in fünf Fällen von Mobbing gesprochen. Der Grund für die Erhebung sei gewesen, dass „rechtskonservative“ Medien und evangelikale Kreise eine angebliche Verfolgung von Christen thematisiert hätten. Nun, was will die Landeskirche damit beweisen? Keine der Organisationen/Gemeinden, die sich um die Betroffenen kümmern, hat je behauptet, dass es sich um eine „systematische Verfolgung“ handele. Es geht ihnen besonders um den Schutz der Religionsfreiheit für die vom Islam zum Christentum konvertierten Asylbewerber, sowie der anderen Christen, die als Minderheit bedrängt werden; also nicht um sogenannte „Alltagskonflikte“, die auf das Zusammenleben auf engstem Raum zurückzuführen sind. Anstatt hier die Problematik kleinzureden, sollte vielmehr der vorbildliche Einsatz wie zum Beispiel der evangelisch-lutherischen Dreieinigkeitsgemeinde in Berlin-Steglitz und das Engagement mehrerer Menschenrechtsorganisationen gewürdigt werden. Deren Verdienst ist es auch, dass Bistümer und Landeskirchen erst „wach“ geworden sind. – Ein Problem ist, dass viele Flüchtlinge eingeschüchtert sind und es nicht wagen, eine Anzeige zu erstatten. Falls sie es doch tun, bekommen sie bis zu zwanzig Gegenanzeigen und aus Opfern werden „Täter“. Die Dunkelziffer ist also höher als die Anzahl der bekannt gewordenen Fälle; und: Umfragen in Heimen geben nicht unbedingt die ganze Wirklichkeit der Diskriminierung wieder, die über das sogenannte Mobbing hinausgeht.

Zuvor hatte ein Freiburger Weihbischof (‚Konradsblatt‘ 23/2016) gemutmaßt, dass aus politischen Gründen Einzelfälle aufgebauscht werden, um eine Anti-Islam-Stimmung zu erzeugen. [Welch ein Unsinn!]
Jemand, der sich zu diesem Thema äußern will, sollte sich zunächst ein genaues Bild über die Situation in Flüchtlingsheimen machen, in dem er Kontakt mit Betroffenen, Betreuern oder Menschenrechtsorganisationen aufnimmt. – Heinz Josef Ernst

„Vom Kampf gegen Fluchtursachen im Nahen Osten“ – Vortrag am 2. Juni 16

VS-Villingen, 28.Mai 2016. Mit der Überschrift „Vom Kampf gegen Fluchtursachen im Nordirak“ kündigt der Schwarzwälder Bote den Vortrag am 02. Juni 16 an:

„Einen Vortrag über humanitäre Hilfe im Nordirak halten Karl Hafen und Khalil al Rasho bei der Arbeitsgruppe Villingen-Schwenningen der Internationalen Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM) am Donnerstag, 2. Juni, ab 19.30 Uhr beim Bildungswerk Heilig Kreuz in der Hochstraße 34 in Villingen. Die Referenten gehen der Frage nach, wie sich die Fluchtursachen im Nahen Osten beseitigen lassen“ ==>> online weiterlesen beim Schwarzwälder Boten.

Wie können Fluchtursachen im Nahen Osten beseitigt werden?

Herzliche Einladung zum Vortrag am 2. Juni 2016

VS-Villingen. Das Engagement der IGFM für Menschenrechte und humanitäre Hilfe in Syrien, im Irak und in der Türkei ist Thema eines Vortrags-Abends des Bildungswerkes Heilig Kreuz Villingen in Kooperation mit der IGFM-Arbeitsgruppe VS. Dieses Engagement ist ein wichtiger Beitrag, die Menschen in den Kriegsgebieten zum Bleiben zu ermutigen.

  • Referent: Karl Hafen, Geschäftsführer der IGFM Deutsche Sektion e.V., Frankfurt am Main
  • Termin: Donnerstag, 2. Juni 2016, 19.30 Uhr
  • Ort: Pfarrzentrum Heilig Kreuz, 78048 VS-Villingen, Hochstraße 34
  • Der Eintritt ist frei – um freiwillige Spenden wird gebeten.

>>>Download Flyer

Herzliche Einladung zum Info-Stand am 2. April 16

Unser Infostand am morgigen Samstag befindet sich an der gewohnten Stelle in der Villinger Fußgängerzone, Rietstraße 14, beim Durchgang zum Münster. Wir sind im Zeitraum von 9 bis 14 Uhr präsent.

Im Brennpunkt stehen unter anderem

  • Der gezielte Angriff auf Christen in Lahore/Pakistan am Ostersonntag, bei dem über 70 Opfer, darunter viele Kinder, zu beklagen sind.
  • Das Ultimatum der Islamisten, Asia Bibi bis zum 27.03. hinzurichten. Möglicherweise ist der Anschlag am Ostersonntag bereits eine Reaktion auf die nicht erfüllte Forderung.
  • Die Entführung des katholischen Priesters im Jemen, der durch Kreuzigung bedroht ist (falls nicht schon vollstreckt)
  • Der Einsatz der IGFM für Menschenrechte in Syrien, im Irak und in der Türkei (ist auch Hauptthema der IGFM-Jahresversammlung in Bonn am 8./9. April 2016)
  • Info zu Diskriminierung und Gewalt an Christen in deutschen Flüchtlingsheimen

Jede Form der Unterstützung kann den Bedrängten und Verfolgten helfen, zum Beispiel das Versenden eines Appellbriefes an den jeweiligen Staatspräsidenten. >>>Download Musterbrief an die Botschaft des Jemen in Berlin. – HJE

Auf der Flucht im eigenen Land: Die vergessenen Flüchtlinge

Bei der aktuellen Berichterstattung zur Flüchtlingsthematik geht es ausschließlich um die grenzüberschreitenden Flüchtlingsströme in Richtung EU/Deutschland. Dabei wird übersehen, dass es weltweit mehr als doppelt so viele Binnenvertriebene wie internationale Flüchtlinge gibt. Die in Würzburg erscheinende ‘Tagespost’ schreibt in ihrer Ausgabe vom 9. Januar 2016: „Mit 38 Millionen Binnenvertriebenen wurde im Jahr 2014 ein neuer, trauriger Rekord erreicht …Binnenflüchtlinge werden gemäß der Genfer Flüchtlingskonvention nicht als Flüchtlinge anerkannt, weil sie keine internationale Grenze überquert haben. Deshalb erhalten sie in der Regel keinerlei Hilfe und sind ständig in der Gefahr weiterer Verfolgung. In vielen Fällen sind Regierungen, Rebellengruppen oder internationale Unternehmen direkt oder indirekt für die Vertreibungen verantwortlich. Um Flüchtlinge im Sinne des Völkerrechts kümmert sich das UN-Flüchtlingskommissariat UNHCR. Für Binnenvertriebene gibt es kein entsprechendes Organ.

Längst schon sind weit mehr Menschen Vertriebene in den Grenzen ihrer eigenen Staaten als jene, die in andere Länder geflohen sind…“. – Betroffene Länder sind unter anderen der Irak mit drei Millionen Flüchtlingen; der Libanon hat eine Million aus Syrien aufgenommen, womit im Libanon ein Viertel der Bevölkerung Flüchtlinge sind. Die Lage der Binnenflüchtlinge in der Zentralafrikanischen Republik ist als menschenunwürdig zu bezeichnen; ebenso in >>>Myanmar, wo eine muslimische und eine christliche Minderheit verfolgt werden.

Auch die Ukraine ist betroffen: Es sollen etwa 1,4 Millionen Ostukrainer auf der Flucht sein, die meisten innerhalb des eigenen Landes. Für den Präsidenten der Caritas Ukraine, Andrij Waskowycz, ist die Notlage der Binnenflüchtlinge eine der „schlimmsten Katastrophen der Nachkriegszeit“. Würden alle Flüchtlinge innerhalb der Ukraine Richtung Europa weiterziehen, würde Europa der Krise der Ukraine mehr Bedeutung beimessen. 

Zur Situation der Christen in Syrien

Hoffnung für den Blogger Badawi?

Straßburg. Die Presse berichtet heute über die Verleihung des Sacharow-Preises des EU-Parlaments für ‚geistige Freiheit‘ an den saudi-arabischen Blogger Raif Badawi. Dieser war bekanntlich zu 1000 Peitschenhieben sowie einer hohen Geldstrafe und Gefängnis verurteilt worden. Unter anderen setzt sich auch die IGFM für ihn ein. Parlamentspräsident Martin Schulz würdigte Badawi als ‚mutigen und vorbildlichen Mann‘. Die 1000 Peitschenhiebe, zu denen Badawi wegen angeblicher Beleidigung des Islam verurteilt worden ist, nannte Schulz ‚brutale Folter‘. Er forderte außerdem den saudischen König auf, Badawi unverzüglich zu begnadigen und freizulassen.

Mit der Hoffnung auf eine Begnadigung Badawis ist auch die Hoffnung verbunden, dass Saudi Arabien, das die Menschenrechte mit Füßen tritt, endlich Meinungs- und Religionsfreiheit zulässt.

Brennpunkt Saudi-Arabien

Herzliche Einladung zum Vortrag über Verfolgung, Leid und Flucht in Nigeria

Villingen-Schwenningen. Der Afrika-Referent der Internationalen Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM), Dr. Emmanuel F. Ogbunwezeh, ist am 1. Oktober 2015 Gast beim Bildungswerk Heilig Kreuz. Unter dem Titel „Verfolgung, Leid und Flucht in Nigeria – Ursachen und Hintergründe“ berichtet er über die Reise in sein Heimatland Nigeria im Juni/Juli 2015. „Es herrscht ein Klima der Angst. Die Menschen fühlen sich stark bedroht. Es gibt keinen Widerstand gegen Boko Haram und keinen schützenden Puffer zwischen den Bürgern und der Terrorgruppe. Viele Frauen haben Angst, entführt, zwangskonvertiert und zwangsverheiratet zu werden. Was passiert, wenn Boko Haram durch die Tür kommt? Niemand will sich das vorstellen. Überall in Nigeria das gleiche Gefühl: „Geht, bevor Boko Haram kommt“, meinte Dr. Ogbunwezeh nach seiner Rückkehr.

Ort: Pfarrzentrum Heilig Kreuz, Hochstraße 34, 78048 Villingen-Schwenningen, Stadtbezirk Villingen. Beginn: 19.30 Uhr. Der Eintritt ist frei – es werden Spenden für das von Dr. Ogbunwezeh betreute Mädchen-Schulprojekt erbeten. >>>Download Einladungsflyer

Ihre Hilfe für Bedrängte und Verfolgte

RSS IGFM-Arbeitskreis Religionsfreiheit

  • China: Appellbitte für zwei katholische Priester
    Frankfurt am Main. Die IGFM bittet, sich im Juli besonders für die Freilassung der in China inhaftierten katholischen Priester Quan Xiaoyun (41) und Cao Jianyou (43) einzusetzen und deren sofortige Freilassung zu fordern. Die beiden Geistlichen kommen aus der Stadt Mudanjiang in der nordöstlichsten Provinz Heilongjiang. Am 22. März vorigen Jahres drangen Polizisten in eine […]

Tatsachen…

Sichere Herkunftsländer?

Brennpunkt Nigeria

Über 3000 Zwangsehen jährlich

Morde im Namen der Ehre